Häufige Fragen

Fragen zu Musterung und Ausmusterung (FAQ)

Welche Altersobergrenzen gibt es für die Einberufung zum Wehr- bzw. Zivildienst? [ Antwort]
Wie ist das mit Homosexuellen - wie verhält sich denn die BW da?  [ Antwort ]
Was bedeutet der Tauglichkeitsgrad?  [ Antwort ]
Sind Informationen zur Ausmusterung legal ?[ Antwort ]
Welche Nachteile ergeben sich durch meine Ausmusterung ?[ Antwort ]
Was droht Drogenkonsumenten bei der Musterung?[ Antwort ]

Fragen zur Verweigerung

Ich möchte verweigern. Bei wem muß ich den Antrag stellen? [ Antwort]
Ab wann kann ich verweigern? [ Antwort ]
Bis wann kann ich verweigern? [ Antwort ]
Wann ist der günstigste Termin für den Antrag? Vor, während oder nach der Musterung?  [Antwort ]
Woraus muß der KDV-Antrag bestehen?  [ Antwort ]
Muß ich alle Unterlagen zusammen abschicken? [ Antwort ]


?: Welche Altersobergrenzen gibt es für die Einberufung zum Wehr- bzw. Zivildienst?

!: Zum Wehrdienst einberufen werden kannst Du prinzipiell, bis Du das 23. Lebensjahr vollendet hast. Bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres kannst Du einberufen werden, wenn Du

a) wegen einer Zurückstellung nach Par.12 nicht vor Vollendung des 25.Lebensjahres zum Grundwehrdienst herangezogen werden konntest und der Zurückstellungsgrund entfallen ist,

b) Dich vor vor Vollendung des 23. Lebensjahres mindestens zeitweise ohne die erforderliche Genehmigung ausserhalb der Bundesrepublik Deutschland aufgehalten hast,

c) als aus dem Grundwehrdienst entlassen wurdest und Tage schuldhafter Abwesenheit nachzudienen hast oder

d) nach Vollendung des 24. Lebensjahres auf Deine Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer verzichtest, es sei denn, daß du im Zeitpunkt des Verzichts das 25. Lebensjahr vollendet hast und dich nicht im Zivildienstverhältnis befindest;

Bis zur Vollendung des 32. Lebensjahres kannst Du eingezogen werden, wenn

a) wegen Deiner beruflichen Ausbildung während des Grundwehrdienstes vorwiegend militärfachlich verwendet werden würdest oder

b) wegen einer Verpflichtung zur Leistung eines Dienstes als Helfer im Zivilschutz oder Katastrophenschutz oder wegen einer Verpflichtung zur Leistung eines Entwicklungsdienstes vor Vollendung des 23. Lebensjahres nicht herangezogen worden bist.

Wenn Du wegen Deines Anerkennungsverfahrens nicht vor Vollendung des 23. Lebensjahres oder vor Eintritt einer bis dahin bestehengebliebenen Wehrdienstausnahme zum Grundwehrdienst einberufen werden konntest, verlängert sich der Zeitraum, innerhalb dessen Grundwehrdienst zu leisten ist, um die Daür des Annerkennungsverfahrens, nicht jedoch über die Vollendung des 25. Lebensjahres hinaus. (WPflG Par.5 Abs.1) [ zurück ]


?: Wie ist das mit Homosexuellen - wie verhält sich denn die BW da?

!: Schwule werden als Grund- und Zivildienstleistende genommen, solange sie "gemeinschaftsfähig", d.h. nicht sehr auffällig sind. Homosexülle Zeit- und Berufssoldaten sind dagegen unerwünscht. Bis vor einigen Jahren wurden Schwule als nicht wehrdienstfähig ausgemustert. Das ist inzwischen nicht mehr der Fall. Die Bundeswehr geht davon aus: "Ein Wehrdienstpflichtiger mit 'abnormen sexuellen Verhaltensweisen' bzw. mit 'sexueller Fehlhaltung ohne grobe Störung der Anpassungs-, Leistungs-, Belastungs- oder Gemeinschaftsfähigkeit' ist wehrdienstfähig. Als nicht wehrdienstfähig ist der Wehrpflichtige auszumustern, wenn bei ihm 'ausgeprägte sexuelle Deviationen mit Beeinträchtigung der Gemeinschaftsfähigkeit' vorliegen. Erhebliche Beeinträchtigungen der Gemeinschaftsfähigkeit liegen sicherlich nicht bei den Schwulen vor, die unauffällig ihre Homosexualität leben. Anders stellt sich die Situation dar, wenn der Wehrpflichtige z.B. in seinem äußeren und seinem Gehabe eindeutige Hinweise auf seine Orientierung gibt, sodaß seine militärische Umgebung sich damit auseinandersetzen müßte. Das kann im Einzelfall alle Beteiligten überfordern, insbesondere den Schwulen, wenn er sich nicht in der Lage sieht, seine Homosexualität zu verleugnen.

Es entspricht der Praxis vieler Kreiswehrersatzämter, Schwule, die erkennbar schwul wirken, als nicht wehrdienstfähig auszumustern... [ zurück ]


?: Was hat es mit den T's und den Tauglichkeitsgraden auf sich?

!: Das Ergebnis der Musterung wird in folgenden Tauglichkeitsgraden ("T's") zusammengefaßt:

1. Wehrdienstfähig mit
a) T 1 (voll verwendungsfähig)
b) T 2 (verwendungsfähig mit Einschränkungen für bestimmte Tätigkeiten)
c) T 3 (verwendungsfähig mit Einschränkungen in der Grundausbildung und für bestimmte Tätigkeiten), T3 gemusterte werden nach einer aktuellen Richtlinie derzeit nicht mehr einberufen.

2. T 4 (vorübergehend nicht wehrdienstfähig, z.B. beim gebrochenen Bein oder wegen den Folgen einer kurz zurückliegenden Operation)

3. T 5 (nicht wehrdienstfähig, sprich: Ausgemustert!)

4. T 7 (verwendungsfähig unter Freistellung von der Grundausbildung) wurde zum 1.1.2002 wieder abgeschafft.
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?: Sind Informationen zur Ausmusterung legal ?

!: Ja, selbstverständlich. Wir stiften niemanden an sich dem Wehr- oder Zivildienst zu entziehen.
Unsere Informationen dienen ausschließlich dazu Dich auf bei Dir vorhandene Gesundheitsprobleme aufmerksam zu machen und richtig zu bewerten. Ausserdem helfen Sie Dir Deine Beschwerden bei der Musterung entsprechend darzustellen. Ohne unsere Informationen hättest Du sonst möglicherweise keine Chance ausgemustert zu werden.
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?: Welche Nachteile ergeben sich durch meine Ausmusterung ?

!: Keine. Die Gründe für Deine Ausmusterung und alles was Deine Gesundheit betrifft fallen unter die ärztliche Schweigepflicht. Auf Deine Akten hat keiner Zugriff und Du bist auch nicht verpflichtet irgendjemandem über Deine Ausmusterung oder die Gründe hierfür Auskunft zu erteilen. Dies gilt natürlich auch für andere Behörden, Arbeitgeber und sonstige Institutionen.

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?: Was droht Drogenkonsumenten bei der Musterung?

!: Nichts. Bei der Musterung wird eine Urinprobe verlangt. Diese wird aber nicht immer auf Drogen untersucht. Daher kann man auch die Frage nach Drogenkonsum, die einem (neben vielen anderen) gestellt wird, gefahrlos verneinen. Einige hoffen, mit eingestandenem Drogenkonsum um den Wehrdienst herumzukommen. Schlechte Nachricht: Zumindest Cannabiskonsum hilft da nicht. Es gibt also eigentlich keinen guten Grund, Drogenkonsum zu gestehen. Wer es dennoch tut, hat aber kaum Folgen zu befürchten: Viele werden zum Psychologen geschickt. Lästig, aber harmlos. Außerdem darf man im Dienst nicht Auto fahren. Bösere Folgen gibt es nicht, da die Ärzte der Schweigepflicht unterliegen.

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?: Ich möchte verweigern. Bei wem muß ich den Antrag stellen?

!: Den Antrag auf Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer stellst Du bei dem Kreiswehrersatzamt, bei dem Du gemustert wurdest. [ zurück ]


?: Ab wann kann ich verweigern ?

!: Frühestens ein halbes Jahr vor Deinem achtzehnten Geburtstag kannst Du einen Antrag stellen, für den Du nicht die Einwilligung Deiner Eltern brauchst. [ zurück ]


?: Bis wann kann ich verweigern ?

!: Du kannst immer verweigern, selbst wenn Du Deinen Wehrdienst gerade ableistest oder abgeleistet hast. Es ändert sich nur der Verfahrensweg. [ zurück ]


?: Wann ist der günstigste Termin für den Antrag, vor, während oder nach der Musterung ?

!: Entscheidend ist das Einreichen des Antrags vor Eintreffen der Vorbenachrichtigung bzw. der Einberufung. Wer Sorge hat, daß er kurz nach der Musterung seine Einberufung in die Hand gedrückt bekommt, der sollte überlegen bei der Musterung den Antrag stellen. Wer darauf spekuliert ausgemustert zu werden, für den ist es günstiger, erst nach der Musterung zu verweigern. Alle Anträge werden sowieso erst nach der Musterung bearbeitet. [ zurück ]


?: Woraus muß der KDV-Antrag bestehen ?

!: Der KDV-Antrag muss folgendes beinhalten:

- das formale Begleitschreiben
- ein polizeiliches Führungszeugnis, das nicht älter ist als 3 Monate
- einen ausführlichen Lebenslauf
- die Darlegung der Beweggründe.

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?: Muß ich alle Unterlagen zusammen abschicken ?

!: Nein. Es ist aber sinnvoll, alles zusammen abzuschicken. Wenn das KWEA den Eingang Deines Antrags bestätigt hat, mußt Du alle fehlenden Unterlagen unter Angabe Deiner Personalkennummer ans BAZ schicken.

Tip: Es kann durchaus sehr sinnvoll sein, seine Unterlagen verzögert einzureichen; also zuerst nur den Antrag auf KDV und den Rest erst nach Aufforderung nachreichen (Unbedingt eventuelle Fristen beachten!). Dieses Verfahren ist für alle Leute geeignet, die zum Beispiel auf eine Rückstellung für eine weitgehend geförderte Ausbildung spekulieren, aber die notwendigen Ausbildungszeiten noch nicht erreicht haben. [siehe auch Student + Wehrpflicht zu diesem Thema]
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